April 2020

Insulin spritzen - aber richtig!

Dr. Hans Peter Weinschenck, Kgl. Priv. Apotheke in Satrup, Mittelangeln

Der Gesprächskreis für Diabetiker veranstaltete im Januar einen Vortragsabend zum Thema Insulin mit Frau Dr. med. Daniela Meyer aus Satrup. Die wichtigsten Punkte dieses interessanten Vortrages fasse ich hier zusammen.

Insulin ist ein Hormon, welches die Bauchspeicheldrüse ins Blut abgibt. Es hilft dem Körper den Zucker aus dem Blut in die Zellen zu schleusen, wo er in Energie umgewandelt wird. Bei Menschen mit Diabetes setzt die Bauchspeicheldrüse zu wenig oder kein Insulin mehr frei, der Blutzucker steigt dann über den Normalwert hinaus. Spätestens wenn kein Insulin mehr gebildet wird, muß Insulin gespritzt werden (messbar am „C-Peptid“; Nüchternblutzucker > 140mg/dl = 50%-iger Funktionsverlust). Vor etwa 100 Jahren wurde Insulin aus Bauchspeicheldrüsen von Schlachttieren erstmals bei einem 14-jährigen Jungen mit Diabetes gespritzt. Heute wird Insulin gentechnisch mit der Hilfe von Bakterien hergestellt und hat weltweit vielen Millionen das Leben gerettet. Seit Jahren versuchen Forscher die Anwendung des Hormons auch als Tablette zu ermöglichen.

Es gibt kurzwirksames und langwirksames Insulin. Ersteres spritzt man bedarfsabhängig vor den Mahlzweiten (Normalinsulin 30 Minuten vorher), während letzteres die Grundversorgung über die Nacht sicherstellt. Inzwischen gibt es sogar ultraschnelle Insuline (Insulin aspart: „kaum da, schon wieder weg“), welche man ohne zu warten direkt zu den Mahlzeiten spritzt. Diese Insuline lassen sich sehr gut in Insulinpumpen einsetzen, allerdings bergen sie eine hohe Unterzuckerungsgefahr.  Auch bei den langwirksamen Insulinen hat es große Fortschritte gegeben, z.B. breitet Insulin degludec einen „sanften Teppich über 42 Stunden aus“. Die Einstellung mit Insulin ist stets individuell vorzunehmen.

Insulinvorräte sollen zwischen 2 und 8 Grad im Kühlschrank gelagert werden, am besten in der Kühlschranktür. Frost zerstört das Insulin (z.B. ist Verzögerungsinsulin dann nicht mehr gleichmäßig trüb). In Gebrauch befindliche Pens bewahrt man bei Raumtemperatur auf. Vor dem Gebrauch müssen Pens mit Langzeitinsulin 20x geschwenkt werden (nicht schütteln). Außerdem sollte stets eine frische Nadel aufgeschraubt werden, da sich die Spitze dieser hauchfeinen Wunderwerke bei jeder Injektion mikroskopisch verbiegt und so das Bindegewebe verletzt (=Vernarbung). Zudem könnte das Innere der Nadel mit Insulinresten verkleben, schwankende Insulin-Dosen wären die Folge. Während man früher je nach körperlicher Statur unterschiedliche Nadellängen von bis zu 12,7 mm einsetzte, wissen wir heute, daß 5mm generell genügen. Damit landet das Insulin wie gewünscht im Fettgewebe und nicht etwa in einem Blutgefäß (=Bluterguß + Unterzuckerung!).

Nach dem Schwenken wird sicherheitshalber die Funktion des Pens geprüft, indem eine Einheit Insulin „in die Luft gespritzt wird“. Danach wird die Kanüle bis zum Anschlag in die gehaltene Hautfalte gesetzt, langsam injiziert und im Geiste bis „10“ gezählt. Erst dann darf die Kanüle wieder aus der Haut gezogen werden.

Für einen korrekten Verlauf der Wirkung muß Langzeitinsulin in den Oberschenkel und Kurzzeitinsulin in den Bauch gespritzt werden. Die Spritzstellen müssen regelmäßig gewechselt werden, eine Desinfektion ist nicht notwendig. Insulin kann in je nach gespritztem Volumen, dem Fettgewebe, der Dichte der Blutgefäße, der Hautdurchblutung und Temperatur sehr unterschiedlich wirken.

Eine Insulintherapie wird notwendig, wenn andere Behandlungen nicht mehr ausreichen und der Blutzucker nach dem Essen zu hoch ansteigt, bzw. nüchtern über 140mg/dl liegt. Auch Menschen mit Müdigkeit, Apathie, Depressionen oder Gewichts-, Muskelverlust können vom Insulin profitieren. Das gilt auch für eine diabetische Polyneuropathie, bei Infekten oder nach schweren Operationen. Kein Licht ohne Schatten: Unter Insulin kann man gefährlich unterzuckern und auch stark an Gewicht zunehmen. Aus diesem Grund sind Schulung und Blutzuckerselbstmessung sehr wichtig.

„Eine Insulintherapie ist nie zu Ende, sie entwickelt sich ständig weiter“, so Frau Dr. Meyer. „Niemals aufgeben!“ fügte Sse hinzu. Menschen mit Diabetes können heutzutage bei sehr guter Lebensqualität hervorragend behandelt werden, auch mit Insulin. Grundlage dieser Erfolgsgeschichte ist stets die aktive Mitwirkung der Betroffenen.

Dr. Hans Peter Weinschenck

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