Oktober 2016

Bärendienst!

Eine vorrangige im Gesetz festgeschriebene Aufgabe von Deutschlands Apotheken ist die Arzneimittelsicherheit. Dass Apotheken diesbezüglich auch beim Wort genommen werden und für Fehler haften, zeigen die Gerichtsurteile der letzten Jahre. Umso unverständlicher ist es, daß derzeit der Versandhandel mit Arzneimitteln überhaupt möglich ist.

Dazu zwei praktische Beispiele: Ein uns sehr gut bekannter Kunde betritt unsere Landapotheke mit einem Rezept über das Antibiotikum Ciprofloxacin. Es soll gegen einen Blaseninfekt helfen. Meine diensthabende PTA prüft wie üblich auf Wechselwirkungen mit den Medikamenten der letzten 6 Monate. Sie erkennt daher, daß der Patient vor wenigen Tagen das Schmerzmittel Ibuprofen bei uns in der Apotheke erhalten hat. Auf Nachfrage gibt der Patient an, daß er dieses vom Orthopäden verordnete Mittel wegen seines Achillessehnenanrisses nehmen würde. Nächste Woche solle er daran operiert werden. Da das Antibiotikum Ciprofloxacin vermehrt Achillessehenabrisse provoziert, was wir in den letzten Jahren auch wiederholt beobachten konnten, nehme ich umgehend telefonischen Kontakt mit dem Hausarzt auf. Diesem ist die geschädigte Achillessehne seines Patienten völlig unbekannt, er bedankt sich und wir kommen unter Beachtung der uns beiden bekannten Allergien des Patienten überein, das Ciprofloxacin gegen das ebenfalls wirksame Cefuroxim auszutauschen.

Die Deutsche Parkinsonvereinigung sollte sich aus aktuellem Anlaß einmal ehrlich fragen, ob sie sich mit ihrer Klage in Brüssel nicht selbst einen Bärendienst erwiesen hat. Wir stellen regelmäßig fest, daß insbesondere pflegebedürftige Parkinsonpatienten gegen Übelkeit und Völlegefühl (eine mögliche Nebenwirkung bestimmter Parkinsonmedikamente) das Mittel Metoclopramid (=MCP) auch über längere Zeit verordnet bekommen. Fatalerweise blockiert MCP exakt die Wirkung der Parkinsonmedikamente, so daß sich die Symptome des Morbus Parkinson wieder verschlechtern. Es kommt vor, daß dieser Zusammenhang unerkannt bleibt und daher zusätzliche Parkinsonmedikamente verordnet werden. In der Vergangenheit war es mehrfach erst unserer Intervention zu verdanken, daß die sich unweigerlich in Gang setzende Medikationsspirale zurückgedreht werden konnte und es den Patienten wieder besser ging.

Arzneimitteltherapie ist ein Hochrisikoprozeß, angesichts von Zehntausenden von Krankenhauseinweisungen und Todesopfern jährlich - allein durch Fehlverordnungen und Fehlgebrauch von Arzneimitteln - dürfte daran keinerlei Zweifel bestehen. Nur: Wer spricht darüber? Wer die enge Verzahnung von Dauer-, Akutmedikamenten und Selbstmedikation zugunsten der Rendite von Großinvestoren und Logistikunternehmen ignoriert, spielt russisches Roulette. Wer hingegen mehr Arzneimittel-Sicherheit will muß konsequent dafür sorgen, daß die Apotheken Deutschlands auch die Qualität bringen, die von ihnen erwartet werden darf. Und er muß den Versandhandel mit Arzneimitteln ohne Wenn und Aber abschaffen!

Dr. Hans Peter Weinschenck, Kgl. Priv. Apotheke Satrup / Mittelangeln

Unser Service für Sie
  • Diabetiker

  • Asthmatiker

  • Venenleiden

  • Allergiker

  • Schmerzen

  • Nasenprobleme

  • Gesundheits-
    beratung bei Fernreisen

  • Vitamine nach Maß

  • Babywaagen und Milchpumpen

  • Individuelle Hautpflege

  • Botendienst

  • Hilfsmittel

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

So ereichen Sie uns

Königlich priviligierte Apotheke Satrup

Apotheker Dr. H.P. Weinschenck e.K.

Schleswiger Str. 1
24986 Satrup

Telefon: 0 46 33 - 3 05
Telefax: 0 46 33 - 14 53

E-Mail:      info_at_kgl-priv-apotheke-satrup.de
Skype:       apothekesatrup
Anfahrt:   Routenplaner

Öffnungszeiten

Mo 08:00 - 19:00 Uhr
Di 08:00 - 20:00 Uhr
Mi 08:00 - 18:30 Uhr
Do 08:00 - 20:00 Uhr
Fr 08:00 - 19:00 Uhr
Sa 08:00 - 13:00 Uhr

 

In besonderen Fällen und bei Bedarf auch länger geöffnet.

Apotheken-Notdienst

Was ist AMTS? Wir sind zertifiziert nach DIN EN ISO 9001

©2017 °° zweikreis.de :: mediendesign