Februar 2017

Diabetes 2017: Was gibt es Neues?

Im Januar berichtete Frau Dr. Daniela Meyer im „Gesprächskreis für Diabetiker in Angeln“ über Neuheiten vom Kongreß der Deutschen Diabetes Gesellschaft 2016.

Inzwischen erkranken jedes Jahr 7-8% der Bevölkerung neu (!) an Diabetes. (Diese Zahl ist so schockierend, daß dazu sofort mehrere ungläubige Nachfragen aus dem Publikum kamen.) Innerhalb der letzten 10 Jahre hat die Zahl an jährlichen Diabetesneuerkrankungen damit um 38% zugenommen. Allerdings treten heute bei Diabetikern weniger Komplikationen wie Nierenversagen, Erblindung oder Amputationen auf. Mit der Lebenserwartung von Diabetikern ist jedoch auch die Pflegebedürftigkeit gestiegen. Dennoch verlieren Menschen mit Diabetes im Vergleich zu Gesunden etwa 6 Jahre ihres Lebens; - kommt noch ein Herzinfarkt dazu sind es sogar 12 Jahre. Ein kleiner Hoffnungsschimmer: Erstmalig geht in den USA die Zahl adipöser Menschen (fettleibig) leicht zurück. Hier wie dort betrifft Adipositas vor allem Menschen aus „sozial schwächeren“ Bevölkerungsschichten.  Wegen eines stets erhöhten CRP-Wertes (Entzündungsmarker im Blut) begreifen die Wissenschaftler Diabetes inzwischen auch als eine Art von Entzündung.

Seit einigen Jahren zeichnet sich bei der Insulin-Behandlung des Typ-2-Diabetes („Wohlstandsdiabetes“) ein grundlegender Wandel ab. Wir haben lernen müssen, daß Insulin zwar den Hba1c-Wert (Langzeitblutzucker über 3 Monate) senkt, aber eben auch oft steigendes Körpergewicht und damit ein höheres Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko bedeutet. Zukünftig empfehlen die Fachleute das Insulin erst ab einem Hba1c von 9-10 oder wenn andere Medikamente/Maßnahmen nicht mehr greifen. Die große Mehrzahl der Betroffenen benötigt nach einer 8 bis 9 Jahren währenden Tabletteneinnahme ohnehin Insulin (=Sekundärversagen).

Sogenannte „bariatrische“ Eingriffe (Magenband, Magenballon, Verkleinerung des Magens, Umgehung von Magen und Dünndarm, Kunststoffschlauch im Dünndarm) wirken bei stark übergewichtigen Diabetikern überraschend positiv. Doch es bestehen in den meisten Fällen ganz beträchtliche Nachteile: z.B. hohe Op-Sterblichkeit, häufige Unterzuckerung, Osteoporose. Diese Verfahren kommen daher nur für sehr wenige Patienten infrage.

Viel besser sind die Aussichten, wenn es um eine Blutzuckermessung ohne den lästigen Pieks in den Finger geht. Hier etabliert sich momentan vor allem ein bestimmtes System (Freestyle libre): ein Sensor mit den Abmessungen einer großen Münze wird auf den Oberarm geklebt. Dieser übermittelt per Funk laufend den aktuellen BZ-Wert an ein Gerät oder Smartphone. Ein Sensor funktioniert über 14 Tage und kostet 60.-€. Zur Zeit genehmigen die Kassen dieses System nur gut geschulten Diabetikern mit einer intensivierten Insulintherapie oder einer Insulinpumpe (Verordnung durch den Diabetologen). Anwender berichten von sinkenden Hba1c-Werten und deutlich weniger Unterzuckerungen. Sogenannte „closed-loop-Systeme“ wurden seit langem angekündigt und befinden sich jetzt kurz vor dem Durchbruch. Hier steuert ein unter der Haut implantierter Sensor per Funk vollautomatisch eine Insulinpumpe - inklusive einer vorausschauenden „Hypo-Abschaltung“.

Bemerkenswert sind auch neue Pumpensysteme, die Insulin und Glukagon (körpereigenes Hormon gegen Unterzucker) vollautomatisch kombinieren und vor allem auch die immer größere Vielfalt an Robotern zur Pflege/Aufsicht oder zur Beschäftigung.

Wer täglich eine große Menge Langzeitinsulin spritzt, dem steht ein dreifach-konzentriertes Insulin (Toujeo) zur Verfügung. Damit schrumpft das gespritzte Flüssigkeitsvolumen auf ein Drittel der bisherigen Menge.

Nach wie vor ist Metformin der Goldstandard zur Tabletten-Behandlung des Diabetes mellitus „Typ-2“. Es ist kostengünstig und bis auf gelegentliche Magen-Darm-Beschwerden gut verträglich. Zwischen Metformin und Insulin haben sich in den letzten Jahren die sogenannten DPP4-Hemmer (z.B. Januvia), die GLP1-Analoga (z.B. Victoza/Trulicity) und neuerdings auch die SGLT2-Hemmer (z.B.Forxiga) einen festen Platz erobert. Anders als Insulin bewirken diese Substanzen eine deutliche Gewichtsabnahme, man erhofft sich daher auch weniger Herzinfarkte und Schlaganfälle.

Bei diesen Mitteln entfallen die täglichen Blutzuckerkontrollen. DPP4-Hemmer und GLP1-Analoga sind gut verträglich, mindern aber oft den Appetit. Bei Trulicity genügt sogar nur eine Injektion pro Woche. Die SGLT2-Hemmer schwemmen Zucker über den Urin aus, sie haben sich als sehr wirksam und verträglich herausgestellt. Neben dem Insulinbedarf sinken Blutdruck, Gewicht und Harnsäure. Allerdings entstehen häufiger Genital- und Harnwegsinfekte sowie Austrocknung, besonders wenn reichlich Kohlehydrate gegessen werden.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Frau Dr. Meyer für den anschaulichen und lehrreichen Vortrag. Der Gesprächskreis für Diabetiker trifft sich wieder am 3. April zu dem Thema „Angina pectoris“ mit dem Kardiologen Dr. med. Walter Müller/Flensburg, wer interessiert ist, kann unter Tel. 04633 305 jederzeit Kontakt mit mir aufnehmen.

Dr. Hans Peter Weinschenck

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