Juni 2016

Schupfen ist schlimmer - als Läuse

Dr. Hans Peter Weinschenck

Das Thema Läuse erhitzt die Gemüter und versetzt Familien in große Aufregung, daher hier erneut eine Auffrischung zu dem Thema.

Während Läuse vor einigen Jahren besonders nach den großen Ferien ihr Unwesen auf den Köpfen unserer Kinder trieben,  stellen wir heute auch im Rest des Jahres vermehrten Läusebefall fest. Nach meiner Beobachtung kommen Kopfläuse häufiger vor als noch vor 10 bis 15 Jahren. Zudem erweisen sich die unliebsamen Tierchen inzwischen als sehr hartnäckig. Woran liegt das? Man hat festgestellt, dass 75% aller Anwender die Anti-Läusemittel nicht korrekt gebrauchen oder dosieren: sie haben die Packungsbeilage nicht richtig gelesen. Außerdem gibt es inzwischen Läuse, welche den „chemischen Großangriff“ unbeschadet überstehen. Resistenzen wurden lange Zeit bestritten, inzwischen wissen wir jedoch, dass chemisch wirksame Mittel wie Infectopedicul aber auch Goldgeist versagen können. In einer Untersuchung aus Dänemark waren beispielsweise 70% der aufgefundenen Läuse gegen den Wirkstoff Permethrin (=Infectopedicul) resistent. Ferner sind die chemischen Mittel nicht unbedenklich, da die Inhaltsstoffe bei unsachgemäßer Anwendung oder stark zerkratzter Kopfhaut auch im Blut nachweisbar sind, zu Nebenwirkungen am Nervensystem führen können und auch für die Umwelt nicht ganz unproblematisch sein dürften.

Ich empfehle daher inzwischen physikalisch wirksame Mittel auf Silikonölbasis wie z.B. Nyda L oder Jacutin Pedicul. Das Silikonöl erstickt die Läuse, indem es deren Atemöffnungen flutet. Resistenzen gibt es nicht, auch Nissen sollen erfasst werden, die Wirkung ist klinisch sehr gut belegt. Die Nebenwirkungen sind vernachlässigbar, Augen und Nase sollten geschützt werden. Während der Anwendung von Nyda L darf kein Fön benutzt oder geraucht werden, da dieses sehr schnell entflammt. Jacutin pedicul ist vorteilhaft, da es im Gegensatz zu Nyda nur 15 Minuten, nicht aber über Nacht einwirken soll. So muß das Kind nicht erst frühmorgens vor dem Kindergarten oder der Schule die Haare waschen.

Jede (!) Läusebehandlung ist zwingend nach 10 Tagen zu wiederholen.  Zusätzlich halte ich, in Übereinstimmung mit dem Gesundheitsamt, tägliches Kämmen mit einem hochwertigen Nissenkamm während dieser Zeit für wichtig. Direkt nach der ersten Behandlung besteht keine Ansteckungsgefahr mehr, Kindergarten, Schule und Geburtstag können wie geplant stattfinden. Die Voraussetzung dafür ist: tägliches Kämmen bis zur 2. Behandlung nach 10 Tagen. Läusebefall hat gar nichts (!) mit Unsauberkeit zu tun. Auch auf einem gepflegten Kopf fühlen sich die Tierchen pudelwohl. Läuse springen nicht, sondern wandern ausschließlich bei Kopfkontakt von einem Haarschopf auf den anderen. Bei Läuseverdacht sollte nicht vorschnell die ganze Familie mit dem Läusemittel behandelt werden. Das ist unnötig und außerdem schlicht unwirtschaftlich. Erst wenn gründliches, feuchtes Auskämmen (ggf. mit Haarspülung) mit einem Nissenkamm Tierchen zutage befördert, oder Nissen gesichtet wurden, sollte man wirklich „zuschlagen“.

Eine Ansteckung über Gegenstände erfolgt so gut wie gar nicht: eine Forschergruppe fand in den Kopfbedeckungen von 1000 Kindern keine einzige Laus jedoch 5500 Läuse auf deren Kopfhaut. Eine andere Gruppe beobachtete nur 2 lebensfähige Läuse auf den Kopfkissen von 48 stark betroffenen Personen. Fußböden und Möbel sind immer läusefrei! Wenn also bei Läusealarm in der Wohnung überhaupt etwas gründlich gereinigt werden sollte, dann sind es Haarbürsten und Kämme. Lassen Sie den Staubsauger stehen! Nicht einmal das Wäschewaschen ist notwendig, Läuseumgebungssprays sind überflüssig. Bitte verfallen Sie also nicht in Panik und waschen Sie auch keine 28 Maschinenladungen voll Wäsche! In der Ruhe liegt die Kraft! Fragen Sie Ihren Arzt und Ihren Apotheker und lesen Sie zuerst in Ruhe zweimal (!) die Packungsbeilage, so werden Sie die Plagegeister im Nu los.  Ein Schnupfen ist schlimmer. (Literatur beim Verfasser)

Dr. Hans Peter Weinschenck , Kgl. Priv. Apotheke Satrup / Mittelangeln

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