August 2017

Wenn es eng in der Brust wird.

Anfang April sprach der Flensburger Kardiologe Dr. Walter Müller im Gesprächskreis Diabetes über die koronare Herzkrankheit, Angina pectoris und den Herzinfarkt. Im Folgenden fasse ich die wichtigsten Punkte dieses bemerkenswerten Vortrages zusammen.

Was ist eine KHK (=Koronare Herzkrankheit)?

Unser Herzmuskel ist der zentrale Motor unseres Kreislaufsystems, er schlägt etwa 100.000-mal am Tag und füllt im Laufe eines Menschenlebens das Ladevolumen eines Güterzuges auf.  Ermöglicht wird diese erstaunliche Leistung durch eine sehr gute Durchblutung des Herzmuskels über die sogenannten Herzkranzgefäße (=Koronarien).  Diese können sich bei Mehrbedarf erweitern. Sie sind bei jungen Menschen von innen mit einer spiegelglatten Haut ausgekleidet und befördern das mit Sauerstoff und Nährstoffe beladene Blut reibungslos in jeden Winkel des Herzmuskels. Doch so wie die Haut eines Menschen im Alter faltig und runzelig wird, altert auch diese Innenhaut (=Endothel) unserer Koronarien. Besonders die „üblichen Verdächtigen“ (wie Fehlernährung, Rauchen, Bewegungsmangel, Übergewicht, Diabetes aber auch erbliche Veranlagung) lassen das Endothel im Zeitraffer altern. Wie Kalk in einem alten Wasserrohr lagert sich Cholesterin in den Adern ab und verursacht dort Entzündung und Vernarbung.  Da die Koronarien nur 4 bis 6 mm stark sind, wachsen sie relativ schnell zu. Eine KHK entsteht, jedoch sind Folgen erst ab einer Verengung von etwa 70% spürbar: Angina pectoris und im schlimmsten Fall auch ein Herzinfarkt. (s.u.)

Was ist Angina pectoris und woran erkenne ich sie?

Bei Belastung wird der Herzmuskel über die verengte, „verkalkte“ Koronarien nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Mit fatalen Folgen: Angina pectoris bedeutet „Brustenge“. Man verspürt Schmerzen oder Druck bzw. ein Engegefühl in der Brust. Die Schmerzen strahlen häufig in andere Körperregionen wie Nacken, Hals, Unterkiefer, Zähne, Arme oder Oberbauch aus. Auch Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüche und Angst kommen vor. Frauen reagieren oft ohne warnende Schmerzen, diese fehlen auch Menschen mit Diabetes und diabetischer Neuropathie. Auslöser sind z.B. schweres Essen, Anstrengung, Kälte, Rauchen, Aufregung.

Wie wird eine koronare Herzkrankheit behandelt?

Im Verbund mit nichtmedikamentösen Maßnahmen (s.u.) verordnet der Arzt Blutverdünner (z.B. ASS), Cholesterinsenker (z.B. Simvastatin) und herzentlastende Arzneimittel (z.B. Nitroglycerin, Bisoprolol). Genügt dieses nicht, erweitert man die Engpässe der Versorgungsleitungen über einen Herzkatheter mittels Ballon und/oder Stent (Rohr aus Drahtgeflecht), oder man legt einen Bypass (operative Überbrückung der Engstelle) mit einer eigenen Arterie (hält lebenslang) oder Vene (hält 10-15 Jahre).

Was ist ein Herzinfarkt und woran erkenne ich ihn?

Vor allem dann, wenn die „Kalkschicht einreißt“, kann ein Herzkranzgefäß schlagartig durch ein Blutgerinsel verstopft werden. Plötzlich werden weite Teile des Herzmuskels nicht mehr durchblutet, das Herz pumpt nicht mehr richtig, unterversorgte Herzmuskelanteile drohen abzusterben. Es besteht Lebensgefahr: Angst, anhaltende  (mind. 5 Minuten) starke Schmerzen, massives Engegefühl (ein Elefant steht auf der Brust), heftiges Brennen, Übelkeit, Erbrechen, Atemnot, Schmerzen im Oberbauch, Angstschweiß mit kalter, fahler Haut. Frauen reagieren oft ohne warnende Schmerzen, diese fehlen ebenso Menschen mit Diabetes und diabetischer Neuropathie.

Was ist bei einem Herzinfarkt zu tun?

Niemals zögern! Zeit ist Leben, Zeit ist Herzmuskel! Sofort den Notruf 112 wählen, den Rettungswagen rufen! Keine Scheu vor Fehlern, äußern Sie sofort Ihren Verdacht auf Infarkt. Bei Bewußtlosigkeit: Ersthilfe durch Herzdruckmassage! Aufgrund des medizinisches Fortschrittes und der verbesserten Rettungskette ist die Sterblichkeit in den letzten 30 Jahren von über 60% auf etwa 5% gesunken.

Wie wird ein akuter Herzinfarkt behandelt?

Noch einmal: Jede Minute zählt! Je schneller gehandelt wird, desto mehr Herzmuskel wird gerettet: Stand der Technik ist heute das möglichst rasche Durchdringen und Aufweiten des Verschlusses mittels eines Herzkatheters (Draht-Ballon-Stent) innerhalb von 60-90 Minuten. Später verordnet der Arzt dauerhaft ähnliche Medikamente wie bei der KHK (s.o.).

Und was kann ich selbst für mich tun?

Um es vorweg zu nehmen: der Streit um das tägliche Frühstücksei ist (zumindest offiziell?) noch nicht entschieden. Ich werde berichten. Vor über 30 Jahren wiesen traditionell lebende Japaner extrem niedrige Gesamtcholesterinspiegel von 120 mg/dl auf. KHK und Herzinfarkte gab es nicht. Wanderten diese Menschen in die USA aus, glichen sich der Cholesterinwert und das Risiko dem der amerikanischen Bürger an. Was also tun?

  • Reichlich Gemüse - am besten mehrfach täglich, täglich Obst/Beeren, täglich Olivenöl – auch Leinöl, regelmäßig Kaltwasserseefisch aus Wildfang, Nüsse, ab und zu Fleisch – optimal ist Wildbret, ab und zu ein Ei, ab und zu Milchprodukte, Getreideprodukte/Reis/Nudeln/Kartoffeln in Maßen. Meiden Sie Aufschnitt, Süßigkeiten, Alkohol, Frittiertes.
  • Regelmäßig Ausdauer-Sport betreiben, zusätzlich zum Pensum in Haus und Garten: etwa 30 Minuten täglich an 5 Tagen in der Woche. Hat man sich erst einmal daran gewöhnt macht es richtig Spaß. Kein falscher Ehrgeiz: Belasten jedoch nicht überlasten, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Sie werden staunen: Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker sinken wie von Zauberhand.
  • Bereits einige Kilos weniger auf den Hüften wirken Wunder (s.o.).
  • Dasselbe gilt für den Verzicht auf Zigaretten: plötzlich transportiert das Blut viel mehr Sauerstoff in den Herzmuskel. Das tut einfach gut!
  • Gönnen Sie sich möglichst nur den positiven Streß. Beerdigen Sie Hetze, Zwang, Leistungsdruck und schlechte Gefühle; - allzu oft nur hausgemacht.

Der Gesprächskreis Diabetes trifft sich alle 6 Wochen. Treffpunkt: Kulturzentrum Alte Schule Satrup, Raum 202, 19:30 Uhr. Freunde Angehörige und Interessierte sind stets herzlich willkommen.

Dr. Hans Peter Weinschenck

 

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