März 2020

Traumlos, was nun?

Dr. Hans Peter Weinschenck, Kgl. Priv. Apotheke in Satrup, Mittelangeln

Auch wenn wir es nicht wissen, träumen wir in jeder Nacht. Wie ich bereites berichtete, spinnen wir im Traum Gedanken und Erlebnisse als kreative Fortsetzung des Alltags weiter. Träume sind damit für uns lebenswichtig, sie beeinflussen unser Wesen, Denken und Handeln. Schlafstörungen verhindern nicht nur die Regeneration der körperlichen Kräfte nach einem harten Tag. Darüber hinaus verändern sie den natürlichen Ablauf der verschiedenen Schlafstadien und beeinflussen auf diese Weise das für uns so wichtige Träumen.

Hier gehe ich auf Ursachen und Folgen des gestörten Schlafs ein. Ferner werde ich den Gebrauch von Schlafmitteln kritisch beleuchten und einige Tips für erholsame Nächte ohne Schlafmittel geben.

Reizüberflutung, Lärm, Licht oder Sorgen stören unseren Schlaf mehr als wir es merken. Wie sehr Hintergrundgeräusche unseren Schlaf zerrütten, spüren wir oft erst, wenn wir einmal in absoluter Stille entspannt erwachen. Lärm verkürzt sowohl die Zeit im REM-Schlaf, dem wichtigsten Traumstadium, als auch den erholsamen Tiefschlaf. Chronische Schmerzen, Atmungstörungen (Schlafapnoe), ruhelose Beine, Prostatavergrößerung, diabetische Neuropathie oder Medikamente z.B. gegen Asthma verschlechtern die Schlafqualität auf ähnliche Weise.

Mit zunehmendem Alter sinkt die notwendige Gesamtschlafzeit nur wenig, die Schlafqualität verändert sich. Man schläft langsamer ein, erwacht nachts zunehmend unbewußt und verbringt außerdem bis zu 30% weniger Zeit im Tiefschlaf. Dieses Defizit gleichen wir durch vermehrten Leichtschlaf auch tagsüber aus. Als Resultat verbringen Ältere deutlich mehr Zeit im Bett. Übrigens verschlechtert sich bei Frauen die Schlafqualität im Schnitt zehn Jahre später als bei Männern. Häufigeres Erwachen nach Mitternacht gilt als normal. In früheren Zeiten verließen die Menschen ihr Bett, nahmen ein gemeinsames Nachtmahl ein, um sich dann wieder schlafen zu legen.

Oft erscheinen Schlafmittel als rettender Ausweg. Jedoch stören bis auf wenige Ausnahmen nahezu sämtliche Mittel die Schlafstruktur. Das gilt sowohl für rezeptfrei erhältliche Schlafmittel als auch für bestimmte Antidepressiva, die wegen ihrer schlafanstoßenden Wirkung bei Einschlafstörungen gern genommen werden. Damit verbringt man weniger Zeit im Tiefschlaf, träumt kürzer im REM-Schlaf und schlummert dafür umso länger im „Mittelschlaf“. Auf diese Weise verändern Schlafmittel auf Dauer das menschliche Wesen.

Schlaftabletten verlieren nach nur 7-20 Tagen ihre Wirkung, bei abruptem Einnnahmestopp, treten Entzugserscheinungen auf: versäumte Träume werden meist schlagartig nachgeholt, ein besonders unruhiger Schlaf veranlasst viele erneut zur Tablette zu greifen.

In schwierigen Situationen, etwa beim plötzlichen Tod eines geliebten Menschen, kann ein Schlafmittel notwendig sein. Generell gilt aber ein Schlafmittel am besten nur so lang wie nötig und so kurz wie möglich einzunehmen. Statt die Tablette abrupt abzusetzen, sollte man die Dosis besser allmählich verringern (Tablettenteiler). So stellt sich das Gehirn besser auf ein neues Gleichgewicht ein. „ Das Absetzen geht immer! Kein Mensch benötigt dauerhaft Schlafmittel“, so ein Experte.

Was können wir außerdem tun? Vorrangig müssen eventuelle körperliche Ursachen erkannt und behandelt werden. Zum Beispiel sollte man Schlafapnoe, Schmerzen aber auch psychische Probleme konsequent zusammen mit dem Arzt angehen. Im Einzelfall kann dann auch eine längere Einnahme von Schlafmitteln oder schlafanstoßender Antidepressiva nötig sein.

Körperliche Bewegung wirkt auf sehr gesunde Weise schlaffördernd. Zusätzlich sollte man versuchen, tagsüber so wenig wie möglich zu schlafen. Das blaue Licht von Bildschirmen sollte abends gemieden werden. Schlecht sind Kaffee, schwarzer Tee (auch bei denjenigen, die meinen, danach erst recht schlafen zu können: Harnproduktion↑), Alkohol (auch geringe Dosen: Schlafqualität↓ Harnproduktion↑) und schweres oder reichliches Essen. Als Faustregel sollte man 2 Stunden vor dem Schlafen weder essen noch trinken.

Der inneren Uhr zuliebe sollte man regelmäßig um die gleiche Zeit zu Bett gehen. Das hilft dem Körper nachts das Wechselspiel von Hormonen und verschiedensten Vorgänge im Körper zu regulieren. Kühle und frische Luft sorgen ebenfalls für einen erquickenden Schlaf.

Bei Unruhe leistet der vielverschmähte Baldrian gute Dienste. Er wirkt ausgleichend und schlafanstoßend, aber nur wenn er ausreichend hoch dosiert wird. Baldrian verändert die Schlafstruktur nicht.

Geht es nicht ohne das gewohnte Schlafmittel, hilft vielleicht ein kleiner Trick: nehmen Sie das Medikament nicht ein, sondern stellen Sie es mit einem Glas Wasser auf den Nachttisch. Sollten Sie es wirklich brauchen, können Sie es jederzeit einnehmen. Reduzieren Sie die Dosis, wenn immer möglich: z.B. nach einem anstrengenden Tag, nach dem Sie ohnehin schlafen können.

Selbstverständlich sollte man sich vor dem Schlafen keiner Informationsflut mehr aussetzen. Dazu sei abschließend das abendliche Fernsehen erwähnt. Ganz gleich ob wir wollen oder nicht, unser Gehirn speichert die Flut von Reizen, die uns aus dem „Kasten“ entgegenflimmert. Selbst wenn wir diesen abendlichen „Schwall“ scheinbar aus unseren Gedanken löschen, lebt das Fernsehen in unseren Träumen weiter und beeinflußt so unser Wesen, Denken und Handeln. Bestimmen Sie lieber selbst, wie und was Sie träumen. Ich schlafe deutlich besser, wenn ich abends nicht fernsehe. Wie wäre es denn mit einem Abendspaziergang, lange nicht gehörter Musik oder einem Buch? Das sind Reize, über deren Art und Intensität wir selbst bestimmen. Eine gute Nacht wünscht Ihnen Ihr 

Dr. Hans Peter Weinschenck, Apotheker in Satrup / Mittelangeln 

 

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