April 2021

Arzneimittel und Licht

Dr. Hans Peter Weinschenck, Kgl. Priv. Apotheke in Satrup, Mittelangeln

Magenschmerzen oder Müdigkeit als häufige Nebenwirkungen von Arzneimitteln dürften jedem geläufig sein. Jedoch wissen viele Menschen nicht, daß ihr Arzneimittel eine stark erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut bedingt. Die Reaktionen ähneln einem Sonnenbrand und dessen Folgen.

Unter diesen Medikamenten hinterlässt normalerweise harmlose UV-Strahlung einen „Sonnenbrand“, brennenden Schmerz, Blasenbildung oder auch langanhaltende Verfärbungen. Unsere Haut kann sich nicht nur nach äußerlich aufgetragenen Arzneimitteln und Pflegeprodukten entzünden, sondern durch eingenommene Medikamente. Deren Wirkstoffe verteilen sich in Windeseile über den Blutweg im gesamten Körper – und natürlich auch in der Haut. Während eines Sonnenbades nehmen die dort lauernden Arzneimittelmoleküle die Strahlungsenergie auf und geben diese an ihre unmittelbare Umgebung weiter, was Strukturen von Zellen und Geweben wahllos schädigt. Spürbar und sichtbar ist diese sogenannte Phototoxizität auf der Haut nach Stunden bis Tagen. Besonders „phototoxisch“ wirkt ein bestimmter Anteil des Sonnenlichtes, die sogenannte UVA-Strahlung, diese durchdringt selbst Autoscheiben und dünne Kleidung.

Diese Eigenschaft betrifft viele häufig verwendete Medikamente wie beispielsweise Hydrochlorothiazid und Furosemid (blutdrucksenkende „Wassertabletten“) Diclofenac und Ibuprofen (Schmerzmittel), Ciprofloxacin, Doxycyclin, Tetrazyklin und Cotrimoxazol (Antibiotika), Haloperidol und Amitriptylin (Psychopharmaka), Amiodaron, Ramipril, Lisinopril, Simvastatin und Nifedipin (Herz-Kreislauf-Mittel).

Spitzenreiter sind unter anderen das Herzmittel Amiodaron und die häufig eingesetzten Antibiotika Doxycylin/Tetracyclin: brennende Schmerzen und Rötung bis hin zu Blasenbildung oder auch langanhaltende Pigmentverfärbungen sind nicht ungewöhnlich. Nach Doxycyclin haben wir in einem Fall schwerste Verbrennungen der Lippen erlebt. In seltenen Fällen kann sich selbst noch Wochen nach Absetzen eines Mittels die Spitze von Finger- oder Fußnägeln ablösen. Bei bestimmten Medikamenten können sich auch Tumoren der Haut entwickeln.

Anders als vermutet, spielen die in diesem Zusammenhang häufig genannten Medikamente mit  Johanniskraut keine große Rolle. Während hellhäutiges Weidevieh das gelb blühende Kraut keinesfalls in großen Mengen fressen darf, ist beim Menschen unter natürlicher Sonnenbestrahlung derzeit nur ein einziger Fall nach Anwendung von  Johanniskraut-Medikamenten dokumentiert.

Phototoxische Medikamente werden in den Wintermonaten oft gut vertragen, doch bereits die Frühlinssonne kann für Kummer sorgen. Auch wenn die Dosis eines Mittels gesteigert wird, kann die Haut unvermittelt auf das Sonnenlicht reagieren.

Da Vorbeugen bekanntlich besser ist als Heilen, hier die wichtigsten Tipps zum Schutz Ihrer Haut:

  • Wenn nicht anders vom Arzt verordnet, Medikament abends einnehmen
  • Sonnenlicht zwischen 11 und 15 Uhr meiden
  • Solarien meiden
  • Sonnendichte Kleidung mit langen Armen und Beinen tragen, Kopfbedeckung
  • Sonnschutzmittel mit hohem UVA-Schutz bevorzugen, die Lippen nicht vergessen!
  • Bei erforderlicher Langzeiteinnahme: UV-undurchlässige Folien an Fenstern von Haus und Auto anbringen.

Ob auch Ihr Medikament die Lichtempfindlichkeit erhöht, dafür lohnt ein kurzer Blick in die Packungsbeilage Ihres Medikamentes und den Punkt „Nebenwirkungen“, oder fragen Sie Ihren Arzt und Ihren Apotheker.

Dr. Hans Peter Weinschenck

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