August 2018

Demenz, was nun?

Demenz, was nun?

Das Wort Demenz leitet sich aus dem Lateinischen „demens“ = unvernünftig, ohne Geist ab.

Im April sprach die gerontopsychiatrische Pflegefachkraft Frau Diana Brummer von der APA im Gesprächskreis für Diabetiker über die Alzheimer-Krankheit und andere Formen der Demenz. Neben den grundlegenden Dingen über Ursache und Behandlung sprach die Fachfrau vor allem über den praktischen Umgang mit Dementen und über wertvolle persönliche Erfahrungen.

Viele ältere Menschen verlassen verwirrt das Krankenhaus, ihr Intelligenzquotient ist meßbar gesunken. Oft kann da eine gesteigerte Trinkmenge Wunder wirken. Aber auch Medikamente oder auch ein Schicksalsschlag beschleunigen eine Demenz. Sehr wichtig ist die diagnostische Abgrenzung einer Demenz von einer Depression oder Schilddrüsenunterfunktion. Von der Demenz Betroffene neigen dazu, sich aus dem Leben zurückzuziehen. Als wäre dieses nicht schon schlimm genug, plagen viele Mitmenschen starke Berührungsängste im Umgang mit Demenzerkrankten.

Die Referentin verglich die Erkrankung mit einem Lebenssack voller Erfahrungen, der in Begriff ist umzukippen: die Erinnerung an jüngste Erfahrungen liegt zuoberst und geht zuerst verloren, alte Erfahrungen wie Sicherheit und Geborgenheit durch Mutter und Vater zuletzt. Schleichend schwinden Kurzzeitgedächtnis, Arbeitszeitgedächtnis, Sprache und Motorik.

Viele demente Menschen stehen unter enormen Streß, was ihren erstaunlich hohen Energieverbrauch und den damit einhergehenden Gewichtsverlust erklärt. Ihre Unruhe begründet sich in dem permanenten Druck, sich der Umwelt erklären zu müssen, doch leider fehlen ihnen zunehmend die Fähigkeiten dazu. So kann der Kranke z.B. auf die Frage hin, worauf er denn mittags Appetit hätte, „grundlos“ wütend werden: Ihm fällt nichts mehr ein, was er essen könnte, vielleicht erschließt sich ihm zunächst auch der Sinn des Wortes „Mittagessen“ nicht.

Überführt man ihn eines offensichtlichen Fehlers kann er ebenso aggressiv in Verkehrung der Tatsachen erwidern: „Hab ich Dir doch gesagt!“  Er wäscht sich nicht mehr, sagt aber, daß er dieses getan hätte. Auf der Suche nach seinem verlegten Portemonnaie, fehlt ihm zunehmend die Fähigkeit, sich wie ein Gesunder gedanklich auf eine zurückschauende Suche zu begeben. Er beschuldigt daher andere, Gegenstände verlegt zu haben: „Du hast die Brille weggenommen!“ Langjährige Gewohnheiten werden aus fadenscheinigen Gründen plötzlich eingestellt: Der Kranke möchte nicht zur Familienfeier einladen, weil er nicht mehr weiß, wie der Tisch gedeckt wird. „Schnell mal die Jacke anziehen“ funktioniert bei Harndrang nicht, ebensowenig ein Mittagsmal einzunehmen, wenn Hintergrundmusik zu hören ist. Löffel und ein Teller reichen, weniger ist mehr.

Es leuchtet ein, daß dieser emotionale Streß für den Körper nicht ohne vielfältigste Folgen bleibt. Man sollte diesen enormen Druck nicht noch zusätzlich verstärken, indem man dem Kranken widerspricht. Damit läßt sich in der Regel gar nichts erreichen.

Wenn also der Kranke seine Schuhe mit der Zahnbürste statt mit der Schuhbürste putzt, sollte er nicht mit – „Was machst Du da!“- ermahnt, sondern für seine Initiative gelobt werden. Sehr hilfreich ist die außerdem Frage „Kannst Du mir helfen?“ Das signalisiert ihm: „Du darfst so sein, wie Du bist.“

Allerdings gibt es Grenzen. Die wütende Faust auf dem Tisch mit den klaren Worten: „Ich kann nicht mehr!!“ – kann durchaus  sinnvoll sein, denn Gefühle und Gesten werden von Dementen über lange Zeit sehr viel besser verstanden als Worte.

Schwerhörigkeit und Demenz stellen eine besonders fatale Mischung dar. Wer nicht richtig hört, wird mißtrauisch. Schon die Beseitigung eines (über lange Zeit) unerkannten Schmalzpfropfes im Ohr kann wahre Wunder wirken!

Oft berichten Angehörige über Schwierigkeiten mit dem Betreffenden einen Arzt aufzusuchen, denn dieser hat verständlicherweise Angst, „den Test nicht zu bestehen“. Diese Klippe läßt sich mit der Frage: „Kannst Du mich zum Arzt begleiten?“ sehr elegant umschiffen. Der zuvor informierte Arzt kann sich dann im Laufe des Gespräches unauffällig der dementen „Begleitperson“ zuwenden und diese näher untersuchen.

Als eine wirksame Vorbeugung gegen Demenz sollte man regelmäßig seine Gewohnheiten ändern – bekanntlich wächst das Gehirn mit seinen Aufgaben. „Sagen Sie nie: Die Mutter gebe ich nie in ein Pflegeheim! Den Gewissenskonflikt zwischen dem, was unbedingt erforderlich ist und dem, was Sie tatsächlich leisten können, werden Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht bestehen.“ Diese abschließenden Worte legte Frau Brummer uns sehr ans Herz.

Dr. Hans Peter Weinschenck

 

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