August 2022

Gib Pilz keine Chance

Jeder Fünfte ist von Pilzen in Haut und Nägeln betroffen. Pilze sind sehr hartnäckig und lästig. Hier soll unter anderem gezeigt werden, daß sie nicht immer harmlos sind. Ferner beschreibe ich, wie und wo man sich ansteckt, gehe auf Risikofaktoren ein und gebe Tips zur Vorbeugung gegen Hautpilze.

Pilze kommen immer und überall vor, nicht nur in Schwimmhallen, sondern auch im Erdboden oder in jedem Haus. Es ist eine Frage der Abwehrkraft unseres Körpers, ob wir von den allgegenwärtigen Pilzen befallen werden oder nicht. Ein gesunder Körper mit intakter Haut wird mit Pilzen leicht fertig. Für AIDS-Kranke, die nur sehr geringe Abwehrkräfte besitzen, sind Pilze hingegen lebensbedrohlich. Die Strategie der Pilze besteht darin, sich an die Haut oder die Nägel anzuheften, mit bestimmten Stoffen die Hornschicht aufzulösen und über Pilzfäden in die Haut einzuwachsen. Die Haut wird rissig, beginnt zu schuppen und verliert ihre Schutzfunktion, Hornhaut fängt an zu wuchern und die Zehennägel werden porös und krümelig. Zusätzlich schalten Pilze gezielt das Immunsystem aus, so daß die Abwehrzellen des Körpers sie nicht mehr erkennen. Diese Infektion verläuft ohne Entzündungszeichen, weshalb die Infektion oft nicht bemerkt wird. Der Betroffene wertet die infizierten Gebiete als trockene, rissige Haut (=durch den Pilz aufgelöste Hornschicht), obwohl sich dort riesige Mengen an Schmarotzern tummeln. Reibung und Wärme, etwa bei einer langen Wanderung, können eine Entzündung mitunter derart anfachen, daß man das Gefühl hat, auf einer Wasserblase zu laufen.

Wo der Pilz sich auch einnistet, schafft er für Bakterien ideale Wachstumsbedingungen und eine Eintrittspforte in den Körper. Das ist für ältere Menschen gefährlich, insbesondere bei Durchblutungsstörungen und Diabetes. Im schlimmsten Fall droht durch die bakterielle Entzündung die Amputation eines Zehs oder gar des Fußes. Eine konsequente Behandlung des Pilzes durch den Arzt ist gerade bei diesen Personen unbedingt erforderlich.

Die Ansteckungsgefahr durch pilzhaltige Hautschuppen besteht überall dort, wo der Betreffende barfuß läuft. Das Augenmerk der Experten richtet sich daher nicht mehr wie früher ausschließlich auf Schwimm- und Sportanlagen, denn sie fanden dort zu ihrer Überraschung hauptsächlich Pilzarten, welche die menschliche Haut nur selten besiedeln. Heute verdächtigen Fachleute vor allem die eigene Familie als den größten Infektionsherd. Unter Umständen wird die Pilzinfektion wegen der fehlenden Entzündungszeichen unbemerkt in der Familie verbreitet. Gefährliche Infektionsquellen stellen gemeinsam benutze Handtücher und ganz besonders Haut- und Nagelscheren und Feilen dar. Beim Schneiden und Feilen gelangen die Pilze in tiefere Hautschichten und haben dann besonders leichtes Spiel.

Wie können wir uns schützen? Der Pilz benötigt mehrere Stunden, um sich erfolgreich an die Hornschicht anzuheften. Abspülen und gründliches Abtrocknen vermindert die Infektionsgefahr erheblich. Früher nahm man an, daß sich feuchte Wärme günstig für den Pilz auswirkt. In feucht-kalter Haut gedeiht der Pilz jedoch noch besser. Beispielsweise bekommen Menschen mit Durchblutungsstörungen (=kalte Füße) schneller Fuß- und Nagelpilz. Auch Raucher infizieren sich häufiger, denn schon durch eine einzige Zigarette sinkt die Temperatur der Füße als Zeichen der verminderten Durchblutung innerhalb weniger Sekunden. Bestimmte Medikamente gegen den Bluthochdruck, die Betablocker, drosseln ebenfalls die Blutzufuhr zu den Füßen und verstärken so die Infektionsgefahr. Bei Diabetikern sind die verminderte Aktivität des Immunsystems sowie die gestörte Schweiß- und Hauttalgbildung weitere Gründe für häufigen Fuß- oder Nagelpilz. Die Haut ist nicht mehr glatt und geschmeidig, sondern rissig, durchlässig: ein Eldorado für Pilze.

Was können wir gegen Pilze unternehmen? Es gibt eine Vielzahl pilzhemmender Salben, Cremes, Lösungen und Tabletten. Immer ist Geduld angesagt. Für eine effektive Wirkung werden die äußerlichen Mittel je nach Vorschrift ein- bis zweimal täglich morgens und/oder abends angewendet. Sie müssen konsequent, mehrere Wochen über das Abklingen der Entzündungszeichen hinaus, aufgetragen werden. Bei einem vorzeitigen Ende der Behandlung bleibt eine große Zahl an Pilzen in der nur scheinbar gesunden Haut zurück, die Infektion flackert erneut auf.  Vor einer möglichen Einmalbehandlung gegen Fußpilz rate ich nach jetzigem Kenntnisstand ab. Gegen einen Nagelpilz kann die effektive Behandlung sogar mehr als ein ganzes Jahr in Anspruch nehmen. Verordnet der Arzt Tabletten gegen tiefsitzenden Nagelpilz, sollten die befallenen Nägel unbedingt zusätzlich lokal behandelt werden. Hier noch weitere Tips:

  • alle Familienmitglieder mit äußerlichen Mitteln behandeln
  • Nach dem Einreiben oder Auftragen der Mittel grundsätzlich die Hände waschen.
  • Füße morgens und abends mit einer schwach sauren, rückfettenden Seife waschen. Das Bad aber nicht über 10 Minuten ausdehnen, da die Haut zu sehr aufquillt und anfällig wird.
  • Füße sorgfältig trocknen, die Zehenzwischenräume mit einem Föhn, das Handtuch täglich wechseln.
  • Kehrt der Pilz immer wieder, kann man die Widerstandskraft durch bessere Durchblutung der Füße stärken. Zu diesem Zweck bieten sich z.B. Kneipp-Güße und morgendliches Tautreten an,
  • gemeinsam mit dem Arzt die Blutdruckmedikamente überdenken.
  • Nicht mehr rauchen, denn jede einzelne Zigarette vermindert die Durchblutung der Füße.
  • Strümpfe aus Baumwolle tragen, diese täglich wechseln und bei mindestens 60 Grad waschen oder desinfizieren, noch effektiver ist Kochen.
  • 2 Paar Arbeitsschuhe im Wechsel tragen, so daß stets ein Paar richtig durchtrocknen kann, vorteilhaft außerdem: die Schuhe halten länger.
  • Schuhe regelmäßig desinfizieren, auch die nur selten getragenen Ski- und Wanderschuhe
  • Diabetiker sollten feuchtigkeitsspendende Emulsionen mit Harnstoff verwenden. Harnstoff wirkt bakterienhemmend, normalisiert den Feuchtigkeitshaushalt, beseitigt überschüssige Hornhaut und verbessert die Barrierefunktion der Haut.
  • Nagelscheren und –feilen desinfizieren, die Übertragung von einem Nagel zum anderen durch eine „verpilzte“ Nagelschere erscheint mir durchaus denkbar.

Ein hartnäckiger, wiederholt auftretender Pilz, an welcher Stelle des Körpers auch immer, ist nie nur ein lokales Problem. Der Pilz ist die Spitze eines Eisberges und bedeutet, daß zusätzliche Maßnahmen gegen tiefgreifendere Störungen des Körpers ergriffen werden sollten.

Dr. Hans Peter Weinschenck

 

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