Mai 2021

Kann Sie jemand "nicht riechen"?

Dr. Hans Peter Weinschenck, Kgl. Priv. Apotheke in Satrup, Mittelangeln

Studien belegen, dass bis zu sechs Prozent der Deutschen dauerhaft an  Mundgeruch leiden. Obwohl die Halitosis (=schlechter Atem) weitverbreitet ist, gibt es immer noch viele Missverständnisse und Fehleinschätzungen.

Mundgeruch ist ein Tabuthema. Kaum einer traut sich, offen darüber zu sprechen. Betroffene schweigen aus Scham, ihr Umfeld versucht, sich taktvoll zurückzuhalten. Leider steht man dem Problem oft ratlos gegenüber, sucht die Ursache für den schlechten Atem an der falschen Stelle.

Die wesentlichste Erkenntnis ist: Mundgeruch entsteht in neun von zehn Fällen direkt in der Mundhöhle und nicht, wie immer wieder behauptet, durch internistische Erkrankungen, Magenleiden oder ähnliches. Wer bei diesem Problem also medizinischen Rat sucht, ist beim Zahnarzt mit 90-prozentiger Sicherheit an der richtigen Adresse.

Inzwischen haben Wissenschaftler die Verursacher des schlechten Atems entlarvt: Bakterien und deren Stoffwechselprodukte, welche bei der Zersetzung von Nahrung im Mund, und zwar insbesondere auf der Zunge, entstehen. Dabei werden Fäulnisgase freigesetzt, die unter anderem übel riechende Schwefelverbindungen enthalten.

Besonders bei mangelhafter Mundhygiene fühlen sich die betreffenden Bakterien in der Mundhöhle so richtig wohl. Das gilt auch bei schadhaften Zähnen, Entzündungen der Mundschleimhaut, Essensresten in den Zahnzwischenräumen (!),  zu geringem Speichelfluss, Mundatmung,  Abwehrschwäche, Schnarchen, Alkohol und Rauchen. Übrigens sollten insbesondere Personen mit Entzündungen der Mundschleimhaut, weder zu heiß essen noch trinken. Testen Sie selbst: essen und trinken Sie grundsätzlich nur das, was Sie mit bloßen Fingern noch problemlos berühren können. Ihr Zahnfleisch wird es Ihnen danken.

Neben der direkten Bekämpfung der Bakterien mit Hilfe eines Zungenreinigers, antibakterieller Mundspülungen und der professionellen Entfernung von Belägen und Zahnstein gibt es eine ganze Reihe mehr oder minder erfolgversprechender und schmackhafter Hausmittel gegen Mundgeruch. Dazu zählt zum Beispiel das Kauen von Kaugummi, am besten mit Pfefferminzgeschmack. Das starke Aroma überdeckt eventuell vorhandenen Mundgeruch, das stetige Kauen regt den Speichelfluss und damit die Selbstreinigung der Mundhöhle an. Auf ähnlichem Wege helfen auch das Zerkauen von Wacholderbeeren (nicht zuviel!), Kaffeebohnen oder Ingwer, Petersilien- bzw. Meerrettichwurzeln. Gekaute Minz- und Petersilienblätter, das Gurgeln mit heißem Zitronenwasser oder Zähneputzen mit Salzlösung versprechen Linderung. Auch der regelmäßige Genuss von schwarzem Tee verringert das Mundgeruchsrisiko. Menschen mit einem chronischen Mangel an Speichel (z.B. durch Medikamente oder Sjögren) könnten auch 3x200 mg Acetylcystein ausprobieren. Keinesfalls überflüssig werden  jedoch Zungenreiniger, Zahncreme und -bürste, Interdentalbürste oder Zahnseide sowie ein regelmäßiger Zahnarztbesuch.

Als ob Mundgeruch an sich nicht schon unangenehm genug wäre: meist sind Betroffene leider vollkommen ahnungslos. Folgendes Vorgehen schafft Klarheit: Wer verständlicherweise Hemmungen hat, eine Person des Vertrauens anzuhauchen, reibt sich mit einem Stofftaschentuch mehrfach über den Zungenrücken und nimmt daran etwa 45 Sekunden später eine Geruchsprobe. Schnell offenbart sich ein Handlungsbedarf.

Warum genau liegt der Grund für schlechten Atem oft buchstäblich auf der Zunge? Der Rücken unseres Geschmacksorgans ist ein wahrer Tummelplatz für Bakterien aller Art. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass rund 60 Prozent aller Bakterien im Mund auf der Oberfläche der Zunge zu finden sind. Ein wahres Schlaraffenland. In tiefen Furchen können sich unsere Untermieter ungestört einnisten und finden reichlich Nahrung in Form von Speichel, abgestorbenen Hautpartikeln und Essensresten. Das Resultat kennen wir.

Wer Mundgeruch bekämpfen will, sollte also in erster Linie dem Bakterienrasen auf der Zunge zu Leibe rücken. Die besten Ergebnisse liefert dabei ein einfacher Zungenreiniger mit integrierter Bürste und Schaber. In einem ersten Schritt werden die Zungenbeläge mit Hilfe der Bürste gelockert. Durch seine flache Form erreicht er dabei auch den hinteren Teil der Zunge, weitgehend ohne Würgereiz auszulösen. Zur endgültigen Beseitigung der bakteriellen Beläge wird der Zungenreiniger gedreht, und mit dem  Schaber die zuvor gelösten Beläge von der Zunge abgezogen. Um die Bakterienkolonie effektiv in Schach zu halten, wird der Zungenreiniger morgens und abends eingesetzt und nach spätestens zwei Monaten erneuert.

Durch diese simple Maßnahme sinkt die Keimzahl in der Mundhöhle deutlich, ohne daß wie z.B. nach desinfizierenden Mundspülungen die gesunde Mundflora leidet. Erfreulicherweise bessert sich nicht nur das Geschmacksempfinden, auch die Zahnbeläge schwinden spürbar. Und das Wichtigste: Man kann Sie wieder „ gut riechen“.

Dr. Hans-Peter Weinschenck

 

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