Mai 2020

Kleines Tabletten Abc

Dr. Hans Peter Weinschenck, Kgl. Priv. Apotheke in Satrup, Mittelangeln

Wer Tag für Tag Medikamente schlucken muß, fragt sich irgendwann, was genau eigentlich hinter Begriffen wie z.B. Filmtablette oder Retardtablette steckt. Das gilt im besonderen Maß seitdem die kranken-Kassen mit ihren ständig wechselnden Rabattverträgen für Verwirrung und Unruhe bei den Menschen sorgen, die täglich auf mehre Arzneimittel angewiesen sind. Da zahlt es sich aus, gut informiert zu sein.

  • Einfache Tabletten besitzen keinen Überzug. Im Mund fühlen sie sich sofort stumpf an – wodurch sie bei trockenem Mund (= Nebenwirkung vieler Medikamente) schlecht geschluckt werden können. Außerdem tritt sofort der oft übel-bittere Eigengeschmack des Wirkstoffes zutage. Klassisches Beispiel: Paracetamol Tabletten von Ratiopharm. Da gibt es angenehmere Alternativen, die nur wenig mehr kosten.
  • Filmtabletten: Hier sieht die Welt schon anders aus, denn die Tablette wurde mit einem geschmacksdichten Film überzogen, der in Kontakt mit Feuchtigkeit sofort gleitfähig wird. Der Effekt: Filmtabletten können wesentlich leichter geschluckt werden, empfindliche Geschmacksnerven werden geschont. Filmtabletten dürfen nur dann geteilt werden, wenn der Hersteller es in der Packungsbeilage ausdrücklich angibt. Wer schlecht Tabletten schlucken kann, hat es mit dieser Variante bedeutend leichter.
  • Magensaftresistent überzogene Filmtabletten/ Kapseln/ Dragees: Hier hat der Film die spezielle Aufgabe entweder die Magenschleimhaut vor dem Wirkstoff oder auch umgekehrt den Wirkstoff vor der aggressiven Magensäure zu schützen. Ein derartiger Film löst sich erst im Dünndarm auf. Die Einnahme zu den Mahlzeiten (wie oft empfohlen, ggf. ausprobieren) verbessert die Magen-Verträglichkeit nicht unbedingt, zudem steigt durch den Nahrungsbrei die Verweildauer der intakten Tablette im Magen. Es dauert somit erheblich länger bis zum Wirkungseintritt. Wer also z.B. auf eine rasche Linderung von Schmerzen angewiesen ist, nimmt (magensaftresistent überzogene) Arzneimittel (z. Diclofenac oder Ibuprofen) möglichst mindestens 30 Minuten vor dem Essen mit einem ganzen (!) Glas Leitungswasser (kein Mineralwasser) und aufrechtem Oberkörper ein. Am besten noch ein weiteres volles Glas nachtrinken.
  • Retard-Tabletten –Dragees oder -Kapseln verlängern die Wirkdauer eines Arzneimittels: Beispielsweise wirkt das Schmerzmittel Ibuprofen in einfacher Tablette nur über etwa 6 Stunden. Bei quälenden Zahnschmerzen wird man jedoch über eine Langzeit-Tablette für eine möglichst ungestörte Nachtruhe dankbar sein. Aus diesem Grund gibt es auch Ibuprofen als Retardarzneimittel. Retardtabletten dürfen nur dann geteilt werden, wenn es der Hersteller ausdrücklich angibt. Andere Bezeichnungen für Retardzubereitungen sind u.a. auch „long“, „depot“, „continus“, „ZOK“, „Duriles“, „NK“. Bei dem Kürzel „SL“ besteht die magensaftresistente Kapsel aus zwei Komponenten: ein Drittel des Wirkstoffes wird schnell (S) freigesetzt, die anderen zwei Drittel langsam (L) über Stunden. Auch Kapseln dieses Typs sollen auf nüchternen Magen genommen werden, um einen raschen Wirkungseintritt zu gewährleisten (siehe oben), reichlich nachtrinken und danach mindestens 30 Minuten nichts essen.
  • Dragees: hierbei handelt es sich um einen Tablettenkern, der mit einem Überzug aus Zucker überzogen (=dragiert) wurde. Meist ist der Überzug gefärbt, auch ein magensaftresistenter Film ist möglich. Wer zu Unverträglichkeitsreaktionen neigt, sollte wegen der hier oft eingesetzten künstlichen Farbstoffe genauer hinschauen. Dragees sollen nicht geteilt werden.
  • Sublingual-Tabletten: diese Tabletten wirken äußerst schnell und werden nicht geschluckt sondern unter die Zunge (=sublingual) gelegt, wo sie sich sofort auflösen. Der Wirkstoff, z.B. ein Schmerzmittel, gelangt direkt über die Mundschleimhaut innerhalb von Sekunden ins Blut. Sublingualtabletten sind hochempfindlich und dürfen erst unmittelbar vor der Einnahme aus ihrer Umhüllung entnommen werden. Es gibt auch Sublingualkapseln, die zerkaut und nicht geschluckt werden sollen.
  • Hartkapseln bestehen nicht aus Kunststoff, auch wenn sie oft so aussehen. Vielmehr wird die Hülle aus Gelatine hergestellt – auch hier werden oft synthetische Farbstoffe verwendet. Hartkapseln sollten nur in Ausnahmefällen und nur nach Rücksprache mit der Apotheke geöffnet werden.
  • Weichkapseln: Diese bestehen aus einer mehr oder weniger weichen Gelatinehülle mit flüssigem/öligem Inhalt. Weichkapseln sollten erst kurz vor der Einnahme aus ihrer Packung entnommen werden, da sie ansonsten die Luftfeuchtigkeit anziehen und sich zersetzen. Auch hier gilt: nur in Ausnahmefällen und nach Rücksprache mit der Apotheke öffnen.

Wer mehr über seine Arzneimittel erfahren möchte, wirft einen Blick in die Packungsbeilage oder fragt seinen Arzt oder Apotheker.

Dr. Hans Peter Weinschenck

 

 

 

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