November 2017

Was tun, wenn die Pfunde überhand nehmen?

Dr. Hans Peter Weinschenck, Apotheker in Satrup, Mittelangeln

Ende September berichtete der Diabetologe Dr. med. Joachim Oldenburg im Gesprächskreis für Diabetiker in Angeln über die neuesten Erkenntnisse zur Entstehung und Vermeidung von Übergewicht. Derzeit bringen sage und schreibe zwei Drittel aller Deutschen zuviel Gewicht auf die Waage, ein Ende dieser fatalen Entwicklung ist nicht absehbar. 20% der Bevölkerung weisen sogar einen Körpermassenindex (BMI) von über 30 auf und gelten damit als fettleibig (=Adipositas), bei 4% liegt der BMI über 40. Viele Faktoren fördern die weltweite Explosion von Übergewicht. Im Folgenden die wissenswerten Fakten:

  • Vor 16 Millionen Jahren verloren unsere Vorfahren in Ostafrika durch einen Gendefekt die Fähigkeit die Harnsäure im Blut abzubauen. Dieses Ereignis erwies sich „ganz nebenbei“ als entscheidender Vorteil, mit dem die Vormenschen Hungersnöte überstehen konnten: Wer viele Früchte verspeiste, konnte den Fruchtzucker in Fettpolster für schlechte Zeiten umwandeln. Doch in den Zeiten des Überflusses zeigt sich rasch die Kehrseite der Medaille: der Harnsäurespiegel im Blut nimmt schädliche Ausmaße an, in der Folge entstehen Fettleber, Insulinresistenz, Bluthochdruck – es wird der Boden Diabetes, Herzinfarkt und Schlaganfall bereitet.
  • Übrigens: Damit wir mit Früchten in guten Zeiten ein Fettpolster für die weniger üppigen Phasen anlegen konnten, hat es die Natur so eingerichtet, daß Fruchtzucker die Eßlust fördert. Fruchtzucker und auch andere Zucker machen nicht satt! Wir können gar nicht genug davon bekommen! Dr. Oldenburg warnte insbesondere vor mit Fruchtzucker gesüßten Limonaden und anderen mit Fructose angereicherten industriellen Nahrungsmitteln. Obst sollten wir regelmäßig und mehrfach täglich verzehren, insgesamt jedoch nur in Maßen. (Anmerkung des Autors: zusätzlich deutlich mehr Gemüse)
  • Auch unsere Darmflora ist für die Entstehung von Übergewicht von großer Bedeutung. Experimente an Mäusen zeigen: Ein fettleibiges Tier wird durch die Übertragung von Darmbakterien einer schlanken Maus selbst rank und schlank. Umgekehrt verwandelt sich ein normalgewichtiges Exemplar mit entsprechenden Bakterien in eine fette Maus. Es mehren sich die Hinweise, daß Artherosklerose und Diabetes mit einer entsprechenden Darmflora in Zusammenhang stehen.
  • „Zuviel ist nicht genug.“ Ein simples Experiment zeigt es: Fettleibige greifen selbst dann zu Gummibärchen und Knabbereien, wenn Normalgewichtige längst kein Verlangen mehr danach verspüren.
  • Adipöse greifen aus Gewohnheit zu, darauf ist ihr Gehirn programmiert. Analysiert man die Prozesse im Gehirn genauer, offenbaren sich exakt dieselben biochemischen Reaktionen wie bei einer Drogensucht. Dazu paßt, daß Fettleibige einen deutlich stärkeren Reiz benötigen, um Genuß zu empfinden.
  • Um den zuvor geschilderten Prozeß möglichst nicht anzustoßen: !Niemals Essen als Belohnung verwenden; - Lebensmittel sind „Mittel zum Leben“.
  • Nahrungsmittel, die nicht sättigen sind heute im wahrsten Sinn in aller Munde: Fertig-Pizza, Burger, Eis, Softdrinks, auch durch die stets zugesetzten Aromen wird unsere Sättigungsbreme außer Kraft gesetzt.
  • „Spät ins Bett“ (und schlechter Schlaf) lassen uns zunehmen. Das betrifft auch Kinder! Wer als Kind zu spät ins Bett kommt, wird als Teenager pummelig.
  • Stimmt nicht: „Fett macht fett“. Dieser Satz gehört in die Mottenkiste, es hat sich gezeigt, daß die Menschen statt Fett dann einfach mehr Kohlehydrate essen. Auch „Low-Carb“ bringt keine besseren Ergebnisse. Es hilft nur: weniger essen, als man verbraucht.
  • Keine Diät funktioniert, denn meist kehren die Menschen irgendwann zu ihren alten Gewohnheiten zurück. Nur eine dauerhafte Umstellung hilft auch dauerhaft.
  • Nach 18:00 (besser nach 16:00) sollte man – streng genommen – keine Nahrung mehr zu sich nehmen und auch nur wenig trinken. Wer aus beruflichen Gründen auf das Abendessen angewiesen ist, sollte abends wenig Kohlehydrate essen und die Gesamtmenge begrenzen. Das entlastet den Stoffwechsel.
  • „Hagenbecks Löwen bekommen seit über 100 Jahren am Sonntag nichts zu fressen, weil sie sonst träge werden.“ Dieses sogenannte Intervallfasten ist sehr zu empfehlen, damit können sich der Verdauungstrakt und die Leber sehr gut regenerieren. Bei Diabetikern bildet sich die Insulinresistenz „quasi über Nacht“ zurück (Achtung Unterzucker!). Auch ein Hafertag ist möglich.

Der Gesprächskreis für Diabetiker bedankt sich bei Herrn Dr. Oldenburg ganz herzlich für diesen hervorragenden Vortrag. Der Kreis trifft sich wieder am Montag, dem 6. November 2017 um 19:30 Uhr in der Alten Schule Satrup, Raum 202 zum Thema „Unterzucker“, wiederum mit Dr. Oldenburg. Angehörige, Freunde und Interessierte sind stets herzlich willkommen. Info und Kontakt unter 04633 305.

Dr. Hans Peter Weinschenck, Kgl. Priv. Apotheke Satrup, Mittelangeln

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